In den letzten Jahren erlangen Fragen der kulturellen Differenz sowie der Transkulturalität in Medizin- und Bioethik immer größere Bedeutung. Die aus ökonomischen, politischen und existentiellen Gründen weltweit stattfindende Migration lässt in den von Migrationsprozessen berührten Gesellschaften eine multikulturelle Herausforderung entstehen, die kompetente und schnelle medizinische Entscheidungen und Handlungen erfordert.
Die Begegnung von Arzt und Patient als Angehörige jeweils unterschiedlicher Kulturen und Religionen gehört in wertpluralen Gesellschaften mittlerweile zum medizinischen Alltag und wird sowohl von den in Heilberufen Tätigen wie auch von Patienten als Problem wahrgenommen. Die unterschiedlichen Weltbilder und Wertvorstellungen bewirken in der medizinischen Praxis ein breites Spektrum an Verständigungsproblemen oder sogar Interessenkonflikten zwischen den Ärzten bzw. dem Pflegepersonal, ausländischen Patienten, die auf religiös-kulturelle Hintergründe zurückzuführen sind.
Die Themen Kultur, Tropenmedizin und Tropenpflege werden in der medizinischen und bioethischen Forschung und Lehre in ihrer normativen und medizinischen Bedeutung kaum gebührend berücksichtigt, geschweige denn in die ärztliche und pflegerische Ausbildung integriert. Diese mangelnde Auseinandersetzung mit konkreten kulturbedingten ethischen Konfliktfeldern in der ärztlichen und pflegerischen Ausbildung führt zu einer nicht ausreichenden interkulturellen Sensibilität und Kompetenz der Auszubildenden und löst somit Unsicherheiten im Bereich ärztlichen und pflegerischen Handelns und Entscheidens aus. Hieraus wiederum resultiert eine suboptimale Versorgung und Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Patienten.
Schwerpunkte sind:
Tropenmedizin, Reisemedizin und Tropenpflege
Bildungsziele und Kompetenzen:
Sie lernen sensibel und flexibel mit kulturspezifischen Kommunikations- und Handlungsweisen umzugehen. Sie setzen sich mit Kulturstandards auseinander, die in der Zusammenarbeit mit Menschen, die kulturell anders geprägt sind und daher anders zu denken und zu handeln gewohnt sind, zum Tragen kommen. Sie reflektieren darüber hinaus, wie Sie selbst in Ihren Werten, Ihrem Verhalten und Ihren Einstellungen durch Ihre Kultur geprägt sind. So bekommen Sie viele Anregungen und Tipps, wie Sie Ihre Effektivität im multikulturellen Arbeitskontext erhöhen und Konflikte vermeiden können. Sie lernen Strategien zur Bewältigung interkultureller Konfliktsituationen und erhöhen die eigene Effektivität im interkulturellen Arbeitskontext.
Zielgruppe:
ärztliche Personal, Pflegepersonal und Pflegeleitungen, Mentoren in der Pflege, Pflegeschüler, Führungskräfte und Therapeuten im Gesundheitswesen, Fachkräfte, Trainer, Multiplikatoren, Lehrkräfte, Mediatoren
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